Reichmann RIP V

Begonnen hat alles etwa 2012 mit dem legendรคren Double Dragon RIP. Schon damals wusste der Rahmen in seiner ersten Version zu รผberzeugen und wurde in Foren und auf Rennen viel diskutiert. Nun, etwa 10 Jahre und etliche Evolutionsstufen spรคter kommt der Rahmen mit vielen Verรคnderungen und noch mehr Liebe zum Detail daher. Fรผr die ganze Geschichte des RIP und seines Entwicklers gibt es hier eine Story: History of RIP

Nun aber zu den Fakten: Das RIP wurde als reinrassiges DH Racebike entwickelt und seine Fรคhigkeiten sind kompromisslos auf die Sekundenjagd zwischen dem Flatterband ausgelegt. Der Entwickler Matthias Reichmann verwirklicht mit dem RIP seine eigene Idee und seine Ansprรผche an ein DH Bike und lรคsst seine jahrelange Erfahrung als Racer bei nationalen und internationalen Meisterschaften in die Entwicklung einflieรŸen.

Wir schicken das RIP in die nรคchste Evolutionsstufe. Nach dem RIP IV folgt nun das weiter verfeinerte RIP V. Wie das Naming schon vermuten lรคsst, baut das Bike auf seinem Vorgรคnger RIP IV auf.
Zahlreiche Detailverbesserungen zieren das RIP V: So wurde z. B. die Lagerung incl. der Achsen komplett รผberarbeitet. Die seit dem RIP III vorhandene zusรคtzliche Dรคmpferanlenkung wurde weniger kompliziert umgesetzt, so dass nun die Progression von auรŸen ohne Demontage von Teilen eingestellt werden kann. Die Hinterbauschwinge erhรคlt ein Redesign um zuvor vorhandene Spannungsspitzen zu eliminieren und gleichzeitig die Torsionssteifigkeit zu erhรถhen.

  • Material: Rahmen Aluminium 7020, Umlenkhebel Aluminium 7075, Schrauben und teilweise Achsen Titan
  • Federweg: 200 mm (vorne) / 205 mm (hinten)
  • Hinterbau: Short Link Four-Bar
  • LaufradgrรถรŸe: full 29โ€œ, Mullet
  • Besonderheiten: Einstellbare Progression, einstellbare Kettenstrebenlรคnge, einstellbarer Federgabel-Offset (รผber Virtual Pivot Headset)
  • RahmengrรถรŸen 450, 470, 500 (Reach-Werte)

Das Design des Hinterbaus wurde weiter verfeinert um eine gleichmรครŸigere Spannungsverteilung zu erreichen und somit den Hinterbau leichter, steifer und langlebiger auslegen zu kรถnnen.
Wie beim Vorgรคnger auch, wird ein 150/12 mm Hinterrad verbaut. Die Ausfallenden und die Bremsaufnahme werden mit dem Rahmen verschraubt und sind verstell- und austauschbar.

Entgegen dem Vorgรคnger, bei dem die Progression รผber den Ratio Control Link eingestellt werden konnte, kommt nun eine Achse zum Einsatz, die รผber eine Fรผhrung nach oben oder unten verschoben werden kann.

Kinematik

Sowohl progressive als auch lineare Federungsdesigns haben jeweils Vor- und Nachteile. Wir sind einer der wenigen Hersteller die die Vorteile beider Konzepte mit einer S-fรถrmigen รœbersetzungskurve kombinieren. So sind am RIP der Anfang und das Ende des Federwegs stark progressiv, wรคhrend der Mittelbereich linear ausfรคllt. Eine Besonderheit des RIP ist die einstellbare Progression โ€“ das letzte Viertel des Federwegs, quasi die Endprogression, lรคsst sich stufenlos von auรŸen verstellen.

Die Progression am Anfang des Federwegs sorgt dafรผr, dass das Fahrwerk im ausgefederten Zustand um einiges hรถher รผbersetzt ist als in seiner statischen Lage (=mit dem Fahrergewicht belastet). Durch die niedrigere รœbersetzung in der statischen Lage wird ein guter Mid-Stroke-Support und ein dynamisches Fahrverhalten erreicht. Auch ergibt sich die Option, mit der Federhรคrte zu spielen ohne den Negativfederweg รผbermรครŸig stark zu beeinflussen. รœber die nun abgeschwรคchte Progression (=in diesem Fall ร„nderung der kinematischen รœbersetzung) ergibt sich ein Fahrwerk, das trotz seiner guten Fahrdynamik noch Federweg frei gibt. Zudem erreicht man eine konstantere Eigenfrequenz, die dem Fahrwerk einen gutmรผtigen, kontrollierbaren Charakter gibt und gleichzeitig die Dรคmpferabstimmung erleichtert. Zu viel โ€žlinearitรคtโ€œ hรคtte nun jedoch den Nachteil, dass der Federweg ins bodenlose geht und irgendwann hart durchschlรคgt. Daher verfรผgt das RIP รผber eine relativ starke Endprogression. Wie stark diese ausfallen soll, ist streckenabhรคngig, fahrstilabhรคngig und sicherlich auch Geschmackssache. Daher bietet das RIP die Option, diese einzustellen.

Zum heiรŸ umkรคmpften und diskutierten Thema Anti-Squat und Anti-Rise gibt es grundsรคtzlich zu sagen, dass diese Werte gerade beim Fahrrad niemals absolute Werte sein kรถnnen. Grund: Sie sind extrem von der Schwerpunktshรถhe abhรคngig. Und diese ist bei JEDEM Fahrer unterschiedlich, hรคngt von KรถrpergrรถรŸe, Fahrergewicht und Fahrposition ab. Genau genommen sind diese Werte auch vom Radstand abhรคngig, was bedeuten wรผrde, dass fรผr jede RahmengrรถรŸe die Kinematik angepasst werden mรผsste. Daher sind hier auch Erfahrungswerte extrem wichtige Faktoren. Hier wurde รผber die Jahre beim RIP immer wieder nur mimimalst angepasst, um das Optimum fรผr die breitere Standardschicht der Fahrer zu erreichen. Fรผr Matthas Reichmann liegt das Optimum beim Anti-Squat bei weit รผber 100 % in der statischen Lage, wรคhren der Anti-Rise unter 100% betragen sollte.

Am Beispiel des Anti-Rise bedeuten 100 % folgendes: Beim Bremsen entsteht durch die Bremskraft multipliziert mit der Schwerpunktshรถhe ein Nickmoment, welches zu einer dynamischen Radlastรคnderung fรผhrt. Hinten weniger, vorn mehr. Bedeutet wiederum, dass die Hinterradfederung ausfedert wรคhrend die Vorderradfederung einfedert. Soll der Hinterbau nun trotz der verringerten Radaufstandskraft in seiner statischen Position gehalten werden, muss z. B. mechanisch ein gegenlรคufiges Moment eingeleitet werden, dass den Hinterbau quasi komprimiert. Bei 100% wรผrde der Hinterbau in seiner statischen Lage verharren. Bei รผber 100% Anti-Rise wรผrde der Hinterbau trotz der durch die dynamische Radlastverschiebung verringerten Radaufstandskraft einfedern, sprich den Bodenkontakt verlieren โ€“ dieser Effekt fรผhrt dann zu dem bekannten โ€žBremsstempelnโ€œ, was vor allem bei Eingelenkern mit hohem Drehpunkt ein Problem darstellt. Bei 0% Anti-Rise wรผrde der Hinterbau ungehindert ausfedern. Die Bremse wรคre quasi entkoppelt. Laut Reichmann liegt der Idealwert beim Anti-Rise bei etwa 70 bis 80% in der statischen Lage.
Anti-Squat funktioniert gleich, nur vorzeichenverkehrt, und eben beim Beschleunigen statt Bremsen. Da die Beschleunigung beim Antreten weitaus geringer ausfรคllt als beim Bremsen, ist hier die treibende Kraft jedoch der Kettenzug.

Einstellbarkeit

LaufradgrรถรŸe: Mit Hilfe verschiedener Umlenkhebel kann die LaufradgrรถรŸe des Hinterrads ausgeglichen werden. Somit ist die Verwendung eines 27,5โ€œ oder 29โ€œ Hinterrads mรถglich ohne die Geometrie zu verรคndern.

Progression: Die Progression des Hinterbaus kann verstellt werden.

Kettenstrebenlรคnge: Das Ausfallende des RIP V besitzt drei Positionen fรผr die Hinterradachse. Dadurch kann die Kettenstrebenlรคnge je nach Strecke und persรถnlichen Vorlieben auf 447, 457 oder 467 mm eingestellt werden.

Federgabel-Offset: Der Fahrer hat die Mรถglichkeit, den Offset der Federgabel und zusรคtzlich den effektiven Reach um 4 mm zu vergรถรŸern oder zu verringern. Damit kann das Lenkverhalten auf die eigenen Bedรผrfnisse oder auf eine vorhandene Federgabel angepasst werden. Diese weltweit einmalige Einstelloption ist dem patentierten Steuersatz โ€žVirtual Pivot Headsetโ€œ zu verdanken.

Rahmenschnittstellen

empfohlener Federweg Gabel200 mm
InnenlagerBSA 83 mm
SteuerrohrZS 56 / ZS 56
Dรคmpferlange / Dรคmpferhub241 / 76 mm
Dรคmpfer-Einbaubreite vorn22 mm
Dรคmpfer-Einbaubreite hinten22 mm
Bremsaufnahme HinterradIS 2000
max ร˜ Bremsscheibe230 mm
Innen-ร˜ Sitzrohr30,9 mm
AuรŸen-ร˜ Sitzrohr34,9 mm
max Reifenbreite2,6โ€œ / 70 mm
LaufradgrรถรŸe v/h29โ€œ/29โ€œ oder 29โ€œ/27,5โ€œ
ISCGISCG05
Einbaubreite Hinterrad150 x 12 mm

Geometrie

Size450470500
Reach450 mm470 mm500 mm
Stack636 mm636 mm636 mm
Lenkwinkel62ยฐ62ยฐ62ยฐ
Kettenstrebenlรคnge447 โ€“ 457 โ€“ 467 mm447 โ€“ 457 โ€“ 467 mm447 โ€“ 457 โ€“ 467 mm
Sitzrohrlรคnge380 mm380 mm380 mm
Radstand1290 mm1310 mm1340 mm
BB Drop-32 mm-32 mm-32 mm
Federweg200 mm (progressive setting) /
208 mm (less progressive setting)
200 mm (progressive setting) /
208 mm (less progressive setting)
200 mm (progressive setting) /
208 mm (less progressive setting)

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